Was wird Dir am Ende wichtig sein ?

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Was wird Dir am Ende wichtig sein ?

Als ich in diesem Jahr auf der Messe ‚Leben und Tod‘ in Bremen war, war genau das das Motto der Dikonie. Ihr Stand war direkt gegenüber. Pfarrer am Stand luden zum Gespräch ein und baten die Besucher ihre Antworten auf Zettel schreiben und auf eine Wand zu heften.

2 Tage staunte ich wieviele und vor allem welche Antworten gegeben wurden. Gegen Ende der Messe nahm mein Mann einen Zettel und heftete ihn ebenfalls an. Dieser brachte dann auch mich dazu, darüber mal nachzudenken.
Zuerst wünschte ich mir dies, was wahrscheinlich jeder von uns hofft.

  • Ohne Schmerzen zu sterben. Aber dann fielen mir noch so viel anderes ein.
  • Nicht allein zu sein, im Kreis der Familie und Freunde.
  • Ein letztes Fest zum Gehen.
  • Versöhnt mit dem Leben zu gehen.

Jetzt wurde es schwierig, das Wichtigste herauszusuchen. Ich konnte mich gar nicht entscheiden. Geht es Dir auch so?
Was wünschst Du Dir, was erhoffst Du, hast Du Dir darüber schon jemals Gedanken gemacht, was wird am Ende für Dich wichtig ist?

So viele Fragen und ich freue mich auf Eure Antworten!

Trauern wird erlernt oder von einer die auszog das Trauern zu lernen

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Als Silke vom Blog www.inlautertrauer.de andere BloggerInnen zum Thema aufrief:
Alle reden über Trauer – Ein Tag, viele Blogger, viele verschiedene Facetten von Trauer   http://in-lauter-trauer.de/alle-reden-ueber-trauer-2017 mit beizutragen, habe ich lange nachdenken müssen und kam zu folgender Erkenntnis, das man Trauer kulturell erlernt, nur in meinem Fall sah das ein bisschen anders aus.

Trauern wird erlernt

Ob Frauen sich in lauter Trauer wie im Orient auf der Straße zusammenfinden und klagen und sich auf den Boden werfen, oder ob wir im westlichen Teil in den vergangenen Jahrhunderten Spiegel verhängten, die Uhren anhielten, oder uns dem christlichen Leitfaden der Bestattung hingaben.
Ich habe all dies nicht gelernt – ich bin bis heute unvorbereitet. Es fehlte der festgefügte Rahmen einer intakten Familie, mit Bräuchen und Erklärungen.

Das erste Mal begegnete mir der Tod bei der Beerdigung meiner Tante Clara, die ich nicht mochte und selten sah. Meine große Schwester hatte mich an der Hand genommen, und vielleicht auch auf Anweisung meiner Mutter standen wir bei der Beerdigung ganz hinten. In meiner Erinnerung finde ich ein Bild einer Mauer aus den Rücken in Wintermänteln, die den Blick auf alles versperrten.

Das zweite Mal, ich war jetzt 18 Jahre alt, rief mich eine Freundin an, um mir mitzuteilen, dass meine damals enge Freundin Babs bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen ist. Mittlerweile lebte ich schon ein Jahr in einer anderen Stadt, und der Kontakt hatte sich nicht so gehalten wie ich gern wollte. Ich war unendlich traurig, aber ich bin nicht in den Zug gestiegen und nicht zu ihrem Grab gegangen. Ich wollte das nicht, wollte nicht den Namen auf dem Grabstein lesen.

In meinem ganzen Leben war ich nun auf 5 Beerdigungen, und bei jedem Mal empfand ich mich ein bisschen wie eine, die auszog, das Trauern zu lernen. Mein einziger Halt war oft die Empathie mit denen, die einen geliebten Menschen verloren hatten.
So war ich z. Bsp. hilflos, als ich von einer Freundin gebeten wurde zur Beerdigung ihrer geliebten Mutter zu kommen. Ich tat es für sie, aber natürlich empfand ich keine Trauer, ich schaute oft auf das blasse Gesicht meiner Freundin und sie tat mir unendlich leid. Trotzdem war ich nervös, denn ich versuchte dem peinlichen Gefühl zu entkommen, als ich sah, dass alle ein Blume in der Hand hatten. Es war zu spät, um noch eine zu kaufen, und verunsichert versuchte ich herauszufinden, wie ich mich denn nun konform zu verhalten hätte, um nicht den Schmerz meiner Freundin zu vergrößern. Sollte ich jetzt die Erde auf den Sarg werfen? Warum macht man das eigentlich? Dürfen nur die engen Freunde und entfernt Verwandte den engsten Familienangehörigen die Hand geben, sollte man da nicht Rücksicht üben, weil es sonst Ihnen evtl. zuviel wird?

Es vergingen Jahre, ich pflegte mit meinem Mann meine durchaus herausfordernde Schwiegermutter Hannelore, und als sie starb, machte sich in mir – ich muss es so zugeben – auch Erleichterung breit. Natürlich habe ich mich oft und lange mich mit meinem Mann darüber unterhalten, ob ich mich jetzt vor mir selbst schämen muss, der dies jedoch stets verständnisvoll verneinte. Doch nun war ich unmittelbar mit allem befasst, was mit ihrem Tod zu tun hatte: Bestatter, Kleider, Grabstein mit Inschrift ergänzen – ich machte meine ersten Erfahrungen mit 51 Jahren. Ich rief Freunde an, weil ich nicht wusste, was angemessen ist, wenn nach der Beerdigung alle zusammenkommen und essen und trinken. Was essen? Was trinken? Das was aus mir selbst kam, war, dass ich ein kleines Heft mit 8 Seiten drucken ließ, mit den Bildern und der Biografie von Hannelore, für all die weitgereisten alten Freunde, die nur einen Teil des Lebens mitbekommen hatten. Das Feedback hat damals den Grundstein für die Kleine Chronik gelegt.

Als meine Schwester 3 Jahre später starb, war ich aus vielen Gründen fassungslos. Unser Verhältnis war nicht eng geschwisterlich. Wir gratulierten uns zum Geburtstag, manchmal schrieb ich einige Zeilen, und doch, sie war meine große Schwester und natürlich war nicht immer alles schlecht. Sie war ein sehr sensibler Mensch, der unvermittelt dicht zuklappen und sich wie eine Auster verschließen konnte. Das Schimmern der Perle sah man dann nicht mehr, denn sie war intelligent, gebildet, künstlerisch enorm begabt, gleichzeitig tough – und, sie hatte ein schönes Lachen.
Wir lebten 300 km entfernt voneinander, einer ihrer Söhne wohnt jedoch nur eine halbe Autostunde von uns entfernt. Ich konnte meine Gefühle etwas schwer sortieren, als ich hörte, dass sie 2 Monate im Nachbarort im Hospiz gelegen hatte, um in der Nähe ihres Sohnes und ihrer Enkel zu sein. Meine Neffen hatten den Willen der Mutter respektiert und weder mich noch meinen Bruder informiert. Ein klärendes Gespräch, ein liebevoller Abschied, das hat sie nicht gewollt und im ersten Impuls dachte ich, dass sie strafen wollte. Heute sehe ich das anders. Alles hatte sie vorbereitet, auch ein Lied, welches sie als letzten Gruß an uns richten wollte. „Dust in the wind“.  Obwohl keine 500 m weiter Baumaschinen lärmten, war es verboten, für diesen kleinen intimen Moment den CD-Player anzuwerfen. Wie imponierte mir die Haltung ihres jüngsten Sohnes, der tapfer jede einzelne Zeile vorlas, stets mit den Tränen kämpfend. Mein Bruder und ich trösteten uns gegenseitig, als ihre kleine Urne im Waldboden versank.

In der Zwischenzeit kommen mit zunehmenden Alter auch mehr Beerdigungen, ich habe mich in das Thema eingelesen und stelle fest – die Verstorbenen sind nicht „weg“, da die Erinnerungen bleiben.

Leben, Liebe und Lachen

Übrigens, ich verabschiede mich jeden Abend von meinem Mann mit den Worten: „Wir sehen uns dann morgen“, denn meine Angst ihn zu verlieren, spüre ich bewusst jeden Tag. Mein Leben an seiner Seite ist ein reiches und glückliches und ich bin dankbar für jeden Tag. In einem unserer Gespräche, die meist von einem heiteren Grundton begleitet werden, haben wir gemeinsam beschlossen, dass wir ewig leben und das Sterben einfach ablehnen. 🙂

 

Petra Schaberger


 

DIE KLEINE CHRONIK AUF FACEBOOK

Wize.life löscht die Daten verstorbener User

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Wize.life löscht die Daten nach dem Tod

Digitale Daten vererben, die neuen Fragen die sich rund um das digitale Zeitalter stellen, dass war das gestrige Thema.  Nun habe ich bei einem der Gründer  der Seniorbook AG – Thomas Bily – nachgefragt, wie wize.life mit den Daten verstorbener Mitglieder umgeht.

Zuerst ein wenig Informationen über das Portal wize.life, da es sicher auch einige gibt, die es nicht kennen. wize.life hat 320.000 registrierte Nutzer. Das Besondere bei wize.life ist, dass die Benutzer überdurchschnittliche Aktivität zeigen und sich sehr stark einbringen. So kommt wize.life auf 32 Millionen monatliche Seitenaufrufe. Unter den Stammnutzern beträgt die durchschnittliche Verweildauer über 15 Minuten pro Besuch.

Wie geht wize.life mit den Daten verstorbener Mitglieder um?

Hier die Antwort von Thomas Bily

thomasbily-downloadNatürlich sind unsere User im Schnitt näher am Tod als die anderer Netzwerke. Aber maßgeblich ist ja das Einzelschicksal. Im Ernst, wir haben so zwischen 2-4 offizielle „Todesmeldungen“ pro Monat. In den meisten Fällen erfahren wir das über Freunde, Verwandte oder Angehörige des Verstorbenen. Dann wird es auf dem Netzwerk publik bspweise in Form einer Notiz, wo dann kondoliert wird.
Den Account sperren wir In jedem Fall und sofort für 50 Tage. Nach weiteren 10 Tagen wird der Account gelöscht. Bei wize.life ist es so, dass damit ALLE Daten dauerhaft und unwiderbringlich gelöscht sind. Es gibt also keine Vorratsspeicherungen oder ähnliches.

Grundsätzlich sollten wir alle daran arbeiten, die Sensibilität für die Regelung des digitalen Vermächtnisses zu erhöhen. Wenn jemand viel im Netz unterwegs ist – und das werden täglich mehr Leute – dann sollte er auch darüber nachdenken, welche Spuren er hinterlassen will und wer worauf Zugriff haben soll, wenn er mal nicht mehr kann. Da geht es sicher nicht um jeden Account bei jeder x beliebigen Seite. Aber zumindest risikobehaftete Aktivitäten sollte man im Auge haben und regeln.

Aktuell haben das die meisten noch nicht so auf dem Zettel. Ganz konkret: wenn ich mich heute Mittag beim Leberkäs-Essen verschlucke, wer hat dann Zugang zu meinem Bank Account, zur Krankenkasse, zu Mail Accounts, zu Versicherungen… Bzw. wie stelle ich das sicher?

 


 

Zu dieser Frage, wird es in meinem nächsten Beitrag gehen. Dazu lade ich Frau Janetzky von „Grab auf – Grab ab“ ein, uns einen Gastbeitrag zu schreiben.

Ins Internet meißeln – ein Gespräch mit Sabine Landes von digital-danach

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Das hat mich erwischt …

Sabine Landes von Digital-danach.de erklärt mir in diesem Beitrag, wie Sie zum Thema Sterben und Erben im Internet kam.

sabine-landes-und-dennis-schmolkSabine Landes arbeitete zusammen mit ihrem Kollegen Dennis Schmolk im Buchverlagsumfeld und interessierte sich seit Jahren beruflich und privatfür Online-Kanäle, von Social Networks bis hin zu eCommerce. In den letzten Jahren ist sie immer wieder auf das Thema “digitaler Nachlass” und die Frage gestoßen: Was passiert mit den Daten eines Menschen nach dessen Tod?

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Die erste Konferenz die Sabine Landes und Dennis Schmolk dazu organisierten war die ‚digina 16‘ die diesen November in Hamburg stattfand. Der Erfolg gab beiden recht, denn die digina traf mit den Beiträgen und Rednern genau ins Schwarze. Das Medienecho reichte von Tagesschau, ZDF heute+ bis natürlich auch in den sozialen Netzwerken. Im November 2017 wird in München die digina 17 stattfinden.

Doch nun hat sie mit Petra Schaberger von Die Kleine Chronik erst einmal zusammen ein Chatprotokoll veröffentlicht, welches in loser Folge fortgesetzt werden soll.

 

Sterben und vererben digitaler Daten

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Sterben und vererben digitaler Datenprofil-logo-social-media

digital danach veranstaltet in Hamburg hierzu die erste Konferenz ‚digina16‘

 

Als Moderatorin in Xing der Gruppe Bestattungskultur, habe ich aufmerksam die klugen Beiträge auf www.digital-danach.de gelesen. Der Kontakt zu Frau Sabine Landes war schnell hergestellt, denn ebenfalls in Xing gründete sie und ihr Blog-Partner Dennis Schmolk die Gruppe ‚digital danach‘. Noch ist es eine kleine Gruppe, aber das Interesse wächst stetig und ich wage zu behaupten, dass dies das kommende große Thema der Zukunft sein wird. Auch Die Kleine Chronik ist davon berührt, doch erstellen wir Daten erst als Nachruf. Im Grunde könnten diese digitalen Biografien, viele Links zu evtl. ruhenden Profilen aufnehmen. Aber wäre das im Sinn der Verstorbenen? Das eigene Facebookprofil bestehen zu lassen? Oder was ist mit literarischen Blogs – hier gibt es eine Schöpfungshöhe, die die Erben evtl. besser bewahren sollten. Überhaupt ist die Frage, haben denn die Erben Zugang zu den Login-Daten, um überhaupt handlungsfähig zu sein?

Nun findet in Hamburg die erste Konferenz dazu statt. Ein wichtiger Schritt.

Von Dennis Schmolk
In zwei Wochen ist es soweit: Wer im deutschsprachigen Raum mit digitalem Nachlass befasst ist, trifft sich am 24.11.2016 auf dem Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf. Noch gibt es Tickets.

Auf der digina.16 versuchen wir, die drängendsten Fragen zu klären: Was ist “digitaler Nachlass” und wen geht er etwas an? Wessen Arbeit, ehrenamtliches Engagement oder Privates ist davon betroffen? Werden Kunden neue Anforderungen stellen? Nahestehende neue Bedürfnisse haben? Muss sich etwas verändern, und wenn ja: was? Wer hilft dabei?

Alle Informationen zur digina.16, der ersten deutschsprachigen Fachkonferenz zu digitalem Nachlass und Online-Trauerkultur, gibt es unter digina16.de.

Auf einen Blick:

 

 

Wilhelm Holzamers 99. Todestag

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Wilhelm Holzamer? Nie gehört! Heute ist sein 99. Todestag –  ein Rückblick auf die abenteuerliche Geschichte seiner Urne

390px-WilhelmHolzamer1904Wenn wir es ein wenig offiziell schreiben müssten, würden wir den zu Unrecht vergessenen Wilhelm Holzamer (28. März 1870 – 28. August 1907),  so vorstellen:
Geboren  in Nieder-Olm/Rheinhessen und in Berlin gestorben.
Nach seiner Ausbildung arbeitet er zunächst als Lehrer in Heppenheim, danach als Kabinettsbibliothekar und 1901 als Leiter der Darmstädter Spiele auf der Mathildenhöhe in Darmstadt (einem der Zentren des Jugendstils) und schließlich als Kulturkorrespondent deutscher Zeitungen und freier Schriftsteller in Paris und Berlin.

Hauchen wir den trockenen Informationen etwas mehr Farbe ein. Erzählen wir von ihm als Mensch und seinem Kampf gegen Konventionen und für die persönliche Freiheit, für Gleichberechtigung der Frauen, und natürlich muss auch die Geschichte seiner damals skandalösen Liebe erzählt werden. Weiterlesen

Der letzte Weg – eine Ausstellung in Bamberg

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Die Ausstellung „Der letzte Weg“ in Bamberg

Gräber und Bestattungen zählen zu den wichtigsten Quellen der Archäologie, und man kann sich vorstellen, was für eine informative Ausstellung der Lehrstuhl Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit der Otto-Friedrich Universität in Zusammenarbeit mit dem Diözesanmuseum in Bamberg erarbeitet hat.

Ich war für Sie dort und ziehe das Resümee „Klein und fein“.

DerletzteWegBamberg selbst ist schon eine Reise wert, hat die Stadt doch Deutschlands größten mittelalterlichen Stadtkern (und ist daher eine UNESCO Weltkulturerbestätte). Durch einen Radiobeitrag in BR2 wurden wir auf diese Ausstellung „Der letzte Weg“ aufmerksam, die im Diözesanmuseum direkt neben dem Dom untergebracht ist.
Der kleine Eintrittspreis von 5 Euro, der zudem berechtigte, die Dauerausstellung mit den berühmten Königsmänteln zu besuchen. Kleine Glasvitrinen und Nachbauten zeigt Exponate von Reliquien über Totenkronen bis hin zu Totenzetteln und vieles mehr. Ein kleiner Film rundet das Ganze ab. Weiterlesen

Petra Schaberger ist nun eine der Moderatorinnen in Xing in der Gruppe Bestattungen und Bestattungskultur

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Der unverstellte Blick

Knapp 1 /12 Jahre bin ich im beruflichen Netzwerk Xing auch in der Gruppe Bestatter und Bestattungskultur Mitglied. In erster Linie um dazu zu lernen und weil es ein berufliches Netzwerk ist, auch um Kontakte zu knüpfen. Hin und wieder poste ich etwas, wie unlängst das Interview mit Margarete Rosen. Auch kommentiere ich gelegentlich. Nun wurde ich von der Moderatorin Birgit Aurelia Janetzky gefragt, ob ich sie bei ihrer Moderation unterstützen möchte. Nachdem ich kurz darauf hinwies, dass ich eine Quereinsteigerin ins Thema bin, wurde ich heute mit warmen Worten vorgestellt. Ich zitiere …

Liebe Gruppenmitglieder, trotz Urlaubszeit gibt es einige Aktivitäten und Veränderung in der Gruppe.
Neu in der Moderation ist Petra J. Schaberger. Als Quereinsteigerin in die Bestattungsbranche bringt sie einen, von Gewohnheiten unverstellten Blick mit hinein. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit und ihre Impulse hier in der Gruppe.

Zu den Themen in der größten Xing-Gruppe zum Thema Bestattungskultur, gehört Sterben, Bestattung und Trauer und natürlich alle Beiträge von Gruppenmitgliedern, die mit diesen Themen beruflich zu tun haben. Diese Gruppe ist nicht öffentlich und daher auch nicht in den Suchmaschinen vertreten.
Zweck ist die vertiefte Diskussion über verschiedene Aspekte der Bestattungskultur, wie der Wandel der Bestattungskultur, Fragen zur Bestattung, Trauerreden, Friedhofswesen, Trauer- und Sterbebegleitung, Grabmale, Trauerfloristik, Thanatologie, Berufsethik – um einige Beispiele zu nennen.

Nun freue ich mich auf diese neue Aufgabe und wer Fragen hat, kann diese auch außerhalb Xing hier in den Kommentaren stellen.
Das bringt vielleicht auch ein wenig Wind von außen hinein.
Ich werde versuchen für Sie die Antwort von einer Fachfrau oder einem Fachmann beantworten zu lassen.

Mit herzlichem Gruß
Petra Schaberger

www.xing.de

Im letzten Hemd vor das Partikulargericht

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Der Jedermann

In allen Zeiten hat man sich im kulturellen Schaffen auch immer mit dem Tod und dem Sterben auseinandergesetzt. Am 22. August vor 96 Jahren begründete Max Reinhardt die Salzburger Festspiele mit der Inszenierung des Jedermann. Seitdem wurden die Festspiele weltweit zum bedeutendsten Festival der klassischen Musik und darstellenden Kunst.
Werfen wir nun zwei kleine Seitenblicke auf das Theaterstück von Hugo von Hoffmannsthal „Jedermann“.  Das ewig gleiche Thema, dass man verkürzen könnte auf: Im letzten Hemd vor das Partikulargericht* Weiterlesen

Was passiert mit Friedhöfen in Geisterstädten

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Was passiert mit Friedhöfen in Geisterstädten und im Braunkohleabbaugebiet Garzweiler?

Mein Mann und ich sind erst vor 1 ½ Jahren beruflich mit dem Thema Sterben, Tod und Bestattungskultur in Berührung gekommen. Anlass war die Umsetzung einer sehr alten Idee, die von uns erstellten privaten Biografiebücher auch in anderer Form als digitale Nachrufe anzubieten. In den letzten eineinhalb Jahren haben wir viel dazugelernt, – durch Bücher, neue Kontakte wie z. Bsp. die Künstler und Dienstleister, die wir auf den Seiten der Kleinen Chronik unter „das Besondere“ anbieten, sowie der Besuch bei unserer Autorin Constanze Junkers in Elgershausen. Auch das vor kurzem geführte Interview mit Magarete Rosen von Therapeutic Touch West war ein weiterer und fruchtbarer.
So kamen immer weitere Facetten dazu, und auch die eigene Wahrnehmung ist natürlich geschärft. Jeder von uns kennt das. Ein Beispiel: Sie kaufen sich ein neues rotes Auto und haben richtig Freude daran. Plötzlich fällt Ihnen auf, wieviel rote Autos es gibt. Vorher war Ihnen das nicht bewusst.
So ergeht es nun auch meinem Mann und mir. Immer wenn das Thema in den Medien oder im privaten Umfeld gestreift wird, hören wir genauer hin. So entspann sich auch in einer Diskussion die Frage „Was passiert eigentlich mit den Friedhöfen von Geisterstädten?“. Beispielsweise Garzweiler, wo ganze Dörfer dem Braunkohleabbau weichen mussten, Menschen zwar entschädigt aber entwurzelt wurden. Was passiert nun mit den Familiengräbern? Werden die Verstorbenen umgebettet? Gibt es einen jüdischen Friedhof in dieser Gegend? Dann ist ein Umbetten unmöglich, sind diese doch ohne jede Liegezeit wie bei uns, sondern für die Ewigkeit angelegt.
Nun gibt es auch das Internet, und in unserer Recherche fand ich zwar keinen Hinweis auf jüdische Friedhöfe, aber ich fand einen jungen Mann, Arne Müseler, aus Salzburg, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese verlassenen Orte, die Heimat und die Erinnerungen digital zu bewahren. Damit ist seine Idee der unseren sehr ähnlich und hat mir dann auch gezeigt, dass die Friedhöfe tatsächlich gesondert behandelt werden. Es findet eine Umbettung statt. Lesen Sie hier mehr und vielleicht kann ich Sie genauso begeistern für dieses Projekt. Wie wir, ist auch dieses Projekt auf Facebook zu finden . http://garzweiler.com/haeufige-fragen/#faq/was-passiert-mit-den-friedhoefen

 

Die Kleine Chronik auf Facebook.

Unser Interview mit Therapeutic Touch West

von | Aktuell, Neues von der Werkbank der Kleinen Chronik | 2 Kommentare

Unser Interview mit Therapeutic Touch West oder wie netzwerken menschlich bereichert!

Den ersten Kontakt mit Frau Rosen hatte ich als eine der Moderatorinnen in der Gruppe Seniorennetzwerk in Xing. Sie fiel auf mit ihrer angenehmen Art zu kommentieren, Dinge auf den Punkt zu bringen, klare Kante zu zeigen. All das ohne zu verletzen oder zynisch zu sein, was nicht immer allen Gesprächspartnern, gerade in den Netzwerken gelingt. Auch in der Gruppe „Bestattungskultur“  trafen wir aufeinander, und alsbald folgten wir uns auf Twitter, und irgendwann kam die Email mit der Frage, ob ich vielleicht Zeit für ein Interview habe. Hier muss ich einschieben, dass Die Kleine Chronik die kleine Schwester von Quintessenz Manufaktur für Chroniken ist, mein Mann und unser freien Mitarbeiter dahinterstehen, ich aber allein für Blog und die Sozialen Medien die Ansprechpartnerin bin. So schleicht sich in meine Texte oft ein munteres Durcheinander zwischen „wir“ und „ich“ ein. Nun, ich hoffe, dies jetzt ein wenig geklärt zu haben.

So schrieb ich Frau Rosen zurück, willigte in das Interview ein,  und was dann folgte, war ein Lehrstück wie Netzwerken wirklich gehen sollte.

Dann will ich mal aus dem Nähkästchen plaudern:

Frau Rosen hatte sich extrem gut vorbereitet, dass konnte ich an den Fragen, die sie mir zumailte ablesen, denn ihre Fragen bezogen sich auf länger zurückliegende Posts in Facebook, auf Sätze auf unserer Webseite. Dabei stellte sie dann aber auch Fragen, die mich zum Nachdenken brachten. So z. Bsp. wie denn Die Kleine Chronik geschrieben wird. Immer groß, in Anführungszeichen, oder kursiv? Mit dieser Frage stellte ich fest, dass die Lesbarkeit besser wäre, wenn nun Die Kleine Chronik kursiv geschrieben wird, weil sie sich in den Lesefluss hineinlegt. So änderte ich dies überall auf der Webseite und fand jetzt schon, dass Frau Rosen als Netzwerkerin mit Ihrer Achtsamkeit eine riesige Bereicherung sei. Bald waren wir beim „Du“ angelangt, und nach Abschluss des Interviews freute ich mich genauso über die Zusammenarbeit wie über diesen wertvollen neuen Kontakt. Wenn ich ein Resümee ziehen sollte, dann kann ich sagen, dass mein diesjähriges Motto „mehr bieten als verlangen“ Netzwerker immer auf Augenhöhe bringt – und das ist ein Gewinn!

Hier geht es zum Interview >>

Die Leichenbrüderschaft Elgershausen

von | Allgemein | Ein Kommentar

Die Leichenbrüderschaft Elgershausen

Das nordhessische Elgershausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Schauenburg im Naturpark Habichtswald an der Bauna. Dort wohnt Constanze Junker, eine unserer Autoren von Quintessenz.

Sie erzählte mir von einem Brauch der „Leichenbruderschaft Elgershausen“, und hätte ich sie zufällig Pfingsten besucht, so hätte ich mich doch sehr gewundert. Pfingsten feiert der Ort das traditionelle Heimat- und Schützenfest der Leichenbrüderschaft und am Pfingstsonntag sieht man am Nachmittag viele Menschen an  den Straßen und einen Pfingstumzug, der mir teilweise wie eine Mischung aus Fasching, Halloween und mexikanischem Totensonntag vorgekommen wäre. Sie wissen schon, in Mexiko, wo die Angehörigen mit Essen und Trinken zu den Gräbern der
Verstorbenen ziehen und ein fröhliches Fest veranstalten.

In Nordhessen hingegen zogen mit Traktoren gezogene Umzugswagen vorbei, Reiter, Musketiere, Tigerenten und Handkarren, radschlagende Jugendliche, Blasorchester und und und …  Vereine, Familien waren nach Themen kostümiert, unter anderem wie zum Karneval oder zu  Halloween. Am Rand standen begeisterte Besucher, die dann auch „bewirtet“ wurden: Mit Schnucke für die Kinder (nordhessisch für Süßigkeiten), Kuchen und Limonade, Bier etc..

Frau Junker erzählte mir, wie viele Stunden Arbeit die Gruppen alljährlich in diesen Umzug stecken, von Material und Geld ganz zu schweigen. In diesem Jahr nahmen 33 Vereine, Gemeinschaften und Unternehmen daran teil. Jedes Jahr denken sich die Teilnehmer ein anderes Thema aus, ab Herbst wird gebaut und gebastelt, denn für die Vereine und Gemeinschaften gibt es einen kleinen Wettbewerb, den eine eigens  berufene Jury  wertet. Diese Vielfalt macht den Festzug für die Besucher jedes Jahr erneut interessant und bunt.
Kaum zu glauben und sehr erstaunliche ist auch, dass dieser Ausnahmezustand am Pfingstsonntag in Elgershausen seinen Ursprung im Jahr 1620 hat und der Brauch Jahrhunderte überdauerte. Kriege und Notzeiten waren kurze Unterbrechungen, dann setzte  die Leichenbruderschaft Elgershausen den jährlichen Festzug fort.

Vor 396 Jahren war die Not unter der Bevölkerung des Landgrafen Moritz (dem Gelehrten) groß, ja so groß, dass die Bevölkerung ihre Toten nur in Stroh umwickelt beerdigten, da kein Geld für einen Sarg da war. Der Landgraf besaß im Ort einen Zwinger für seine Jadghunde, die Bracken, und erfuhr bei einem Jagdaufenthalt davon. Er veranlasste daraufhin die Gründung einer „Leichenbrüderschaft“.
Er gab damals 100 Taler als Stiftungskapital und im Sterbefall eines Bruderschaftlers musste jedes Mitglied einen Groschen geben, damit für den Verstorbenen ein Sarg gekauft werden konnte. Das wurde in dieser Form bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts beibehalten. Es gibt Aufzeichnungen, dass ein “ Leichenbesteller“ gewählt war, der den Auftrag hatte, den Groschen bei allen einzusammeln. Einen monatlichen Beitrag gab es erst nach 1860.

Und was hat das jetzt mit dem Umzug zu tun? Landgraf Moritz stiftete damals auch noch eine Fahne und eine Trommel, die man am Stiftungstag jedes Jahr beim Schützenfest  herausholte und durch das Dorf trug. So ist dieser Umzug heute noch eine stark abgewandelte Form, den Landgrafen zu ehren. Und eines ist sicher: Im Jahr 2020 jährt sich die Gründung der Leichenbrüderschaft Elgershausen zum 400.sten Mal – bis dahin wird es noch drei „normale“ Festzüge geben, aber für das große Ereignis wird jetzt schon gespart 🙂

<https://de.wikipedia.org/wiki/Naturpark_Habichtswald>
<https://de.wikipedia.org/wiki/Bauna>

 

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Wenn der Tod sich in das Leben verliebt

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Das ist was ich für Besucher auf unserer Webseite suche. Das Besondere, das Kreative – der durch plötzlichen Perspektivwechsel entkrampfte Umgang mit dem Thema Tod. Das Künstlerische ist hier ein Zusammenspiel von Farben, Musik, der Film, der soviel Arbeit macht, die Story… und wussten Sie, dass der Tod nur 4 Finger hat. Zauberhaft.
Wenn Ihnen der Film der holländischen Künstlerin Marsha Onderstijn gefällt, dann ja, dann freue ich mich auf Kommentare, die ich der Künstlerin übersetzt mitteilen werde. 

www.http://marshaonderstijn.com/

Gedanken über den Wandel in der Bestattungskultur

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Der Friedhof, ob kirchlich oder städtisch, verliert als zentraler Trauerort der dortigen Kirchengemeinde oder der Bürgergemeinschaft an Bedeutung. Im 19. Jahrhunderts verwies die individuelle Grabgestaltung auf die Einzigartigkeit des Menschen hin, auch über dessen Tod hinaus. Man löste sich aber auch hier schon vom rein religiösen Aspekt – es scheint, dass viele dachten, dass im Tod einige Menschen „gleicher“ seien. Ein weiterer Aspekt ist, dass durch jahrzehntelanges Festhalten an Friedhofsbestimmungen viele Gräber immer nichtssagender wirken. Steinmetze die mit der Zeit gehen, und die ganz auf Kundenwünsche eingehen, sind selten. Es gibt dennoch Ausnahmen.

Das Menschenbild ist ebenfalls im Wandel, denn wenn mancher Friedhof wie eine Reihenhaussiedlung wirkt, dann liegt es auch auf der Hand, dass es immer weniger Menschen reizt, Grabstätten belegen zu lassen, zudem, wenn in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft der religiöse Aspekt fehlt. Ich bin überzeugt, dass weniger Regulierungen auch die Steinmetze einladen sich auf einen individuellen Entwurf, speziell zugeschnitten auf den Verstorbenen, einzulassen.Ein schönes Beispiel für übertriebene Regulierungen ist aus jüngster Vergangenheit der Stein des verstorbenen Kabarettisten Dieter Hildebrand. Der alte Grabstein es Familiengrabes war verwittert, ein neuer musste her. Seine Witwe hatte sich einen neuen Marmorstein ausgesucht, der Ecken und Kanten wie ihr Gatte hatte. Sie fand, dieser Stein – das ist Dieter! Doch so ursprünglich und kantig wie der Gatte war der Friedhofsordnung dann doch zu arg. Die unbearbeitete Rückseite war zu sehen, was in München nicht sein darf. Außerdem hatte er kein Relief. Natürlich wurde da von einem Steinmetz nachgearbeitet und ich bin mir sicher, dass diese Steilvorlage Dieter Hildebrand zu wunderbaren Sätzen über Friedhofsbestimmungen verleitet hätte. Weiterlesen

Projektplanung 2016

von | Aktuell | Keine Kommentare

Wir sind in der Projektplanung für das neue Jahr.

Der Kleinen Chronik – doch bleibt immer Raum für Impulse.

Im Januar starten wir mit der ersten Überarbeitung unserer Webseiten.
Wir haben dank guter Hinweise eine Projektplanung erstellt, die uns jetzt aufräumen lässt, wir sorgen für mehr Übersichtlichkeit.

Das Konzept hier eine kostenfreie Werbeplattform für alle Dienstleister rund um das Thema Bestattungen zu integrieren, werden wir wegen mangelnder Nachfrage fallen lassen.
Jetzt sprechen wir – themengerecht zu unseren ganz individuell gestalteten Kleinen Chroniken – ebenfalls Künstler und besondere Dienstleister an, die wir dann auf unseren Seiten vorstellen werden. Die Seiten werden heißen „Das Besondere“.

Neue Kleine Chronik in Remscheid

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Die Kleine Chronik von Kurt Urbahn ist online

Ein gelungener Start ins neue Jahr war das und am meisten freut uns das die Angehörigen begeistert sind.

Erstmalig eingebunden in eine Kleine Chronik sind Bildergalerien, um der Fülle der Bilder gerecht zu werden. Auch haben wir uns entschlossen jede Webseite nach „unten“ zu gestalten, entlang des Zeitstrahls der Chronologie der Jahre. Es bleibt so alles im Fluß – es hat einen Anfang und ein Ende.
Jedes Biografieprojekt und somit auch „Die Kleine Chronik“ durchlaufen immer die gleichen emotionalen Treppen.
Plaudern wir doch einmal aus dem Nähkästchen.
Zuerst freut man sich über das Vertrauen der Kunden, dann lässt man sich schnell und konzentriert auf das Projekt ein.
Man scannt und bearbeitet die Bilder und jetzt beginnt es. Die Personen werden uns vertraut. Wir betrachten ungewöhnlich lange jede Fotografie und bewerten diese nach Informationsgehalt, Atmosphäre, Zeitgeschichte und last but not least, ob diese gut genug ist. Vergrößert auf dem Bildschirm retuschiert man dort einen Kratzer und schärft hier vielleicht etwas. Dann fallen einem Lachfältchen auf, oder bspw. dieser humorvolle Blick über die Brille, wie auf der Startseite und so geht es in einem fort.

Die nächsten Arbeiten werden nun die Erstellung des Friedhofsplans sein, das Anfertigen des Schildes und vielleicht werden wir auch noch eine Kundenstimme erbitten.

 

 

Überwachung durch QR-Code?

von | Neues von der Werkbank der Kleinen Chronik | Keine Kommentare

„… nein, wir wollen keine digitale Überwachung am Grab …“

Gestern erhielt ich eine Absage von einer hier an der Bergstraße bekannten Familie, die mehrere prominente Persönlichkeiten hervorbrachte.
Im Vorfeld hatte ich vor einigen Monaten bereits einige Familien an der hessischen Bergstraße angeschrieben.
Ich bot an, die herausragenden Biografien – statt in einem Wikipediaeintrag, oder gelegentlichen Erwähnungen – mit mehr Leben zu erfüllen.
Dazu wollten wir mit mehr Bildern eine schön gestaltete Kleine Chronik als Webseite zu fertigen, ein kleines Schild mit Link und QR-Code am Grab anbringen. So war der Plan und neu ist diese Dienstleistung auch nicht. Als professionelle Chronisten, Webdesigner und Grafiker eine schöne Aufgabe, dabei denken wir immer noch unbeirrt, dass man sich eigentlich darüber freuen könnte – schließlich ist es umsonst.
Natürlich haben wir Verständnis, wenn jemand für sich entschließt, dass dies mit der Stille des Friedhofs nicht zusammengeht, was mich aber erschreckte, war die Aussage:
„Nein, wir wollen keine digitale Überwachung am Grab, wenn ich da was pflanze oder so…“

Hier läuteten meine Alarmglöckchen – nicht fein, eher ein Big Ben-Geläut, denn ich erkannte, dass, obwohl die Dienstleistung nicht neu ist, diese noch nicht ganz verstanden wird. Vielleicht weil wir es nicht richtig erklärten? So habe ich die Kopie des Anschreibens hervorgeholt, um den Missverständnis auf den Grund zu gehen. Ich erklärte darin, dass dieses kleine Schild ähnlich funktioniert wie ein Museumsguide, den wir alle schon mal in der Hand hatten. Bei den Exponaten sind kleine Schilder mit den Nummern angebracht, bspw. Bild A – bitte drücken Sie die #2 – und schon gelangt man akustisch zu den Informationen über Bild A.
Weiter erklärte ich, dass es bei der Kleinen Chronik wie im Museum auch ein kleines Schild gäbe, entweder aus hochwertigen Emaille oder Vinyl und statt der Ziffer man den „sogenannten QR-Code“ mit dem Smartphone mit einer App fotografiere. Der QR-Code (Quick Respones = Schnelle Antwort) sei nichts weiter „als ein gedruckter Link“ der hilft, dass man mit dem Smartphone die Informationen über die berühmten Familienmitglieder nun lesen, die Bilder anschauen könne. Weggelassen habe ich, dass unsere Kunden natürlich auch einen Hörbeitrag mitbestellen können, im Gespräch ging es schließlich aber um ein ehrenamtliches Projekt.

Warum eigentlich ehrenamtlich?

Ich überlegte am Anfang des Jahres wie ich unsere neue Dienstleistung seriös anbieten kann. Trauer bleibt für bisher Ungeübte immer noch ein heikles Thema, das Fingerspitzengefühl erfordert. Wer will schon einem trauerndem Angehörigen, der evtl. neben sich steht, ein Verkaufsgespräch aufdrücken? Ich bzw. wir nicht. Das hat so ein „Geschmäckle“ und eigentlich sollte so etwas auch der Bestatter anbieten. Der allerdings hat so um die 1000 Produkte. Wenn wir jetzt ihn bitten würden, das 1001ste Produkt aufzunehmen, kann jeder sich vorstellen wie begeistert er ist, weil groß wäre die Marge nicht, wir haben auch schon mit spitzer Feder gerechnet.
So kam ich zu dem Schluss, dass man das anders bekannt machen muss. Mit ehrenamtlichen Kleinen Chroniken. Es wäre toll, wenn engagierte Bürger der Region den Text schreiben, wir zusammen die Webseite gestalten, die Stadt oder die Familien das Schild am Grab oder an den entsprechenden Häusern, Plätzen anbringen. Damit wird ein Stück Geschichte dokumentiert und bewahrt, Bürger zur Interaktion eingeladen, die Stadt erhält von uns mit viel Aufwand die Friedhöfe skizziert, die allen zur Information dienen und zu allem Überfluss wollte ich auch noch allen Dienstleistern der Region anbieten, auf den Seiten der Kleinen Chronik umsonst ihre Dienstleistung / Handwerk rund um das Thema ‚Trauer und Bestattung‘ vorzustellen. Damit wäre es auch für Angehörige einfacher, wo ist das nächste Lokal, welchen Trauerredner gibt, wieviel Gärtnereien, Bestatter, Steinmetze gibt es in meiner Stadt.
Kurz: Endenwollende Begeisterung. Ich war wohl ein wenig naiv, auch was die Resonanz bei der Presse angeht, die wir natürlich auch informierten, als wir hier für den bekannten Schriftsteller Wilhelm Holzamer (Link) das Projekt erstellten.
Noch kürzer: Es ist einfacher einen Termin bei der Queen zum Tee zu bekommen, als, dass sich wirklich die Presse dafür interessiert.

Alsoooo – Was könnte man besser machen?

Ich habe es nun im Gespräch nochmals geklärt. Es ist schließlich wichtig, dass nicht falsche und leider auch negative besetzte Informationen, wie digitale Überwachung, entkräftet werden. Wir wollen schließlich auch Interessenten erreichen, die dann bestenfalls zu Kunden werden. Ich hoffe es ist mir geglückt.

Wilhelm Holzamer’s KC

von | Neues von der Werkbank der Kleinen Chronik | Keine Kommentare

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Pressemeldung Quintessenz Manufaktur
Zum Todestag 98. Todestag am 28. August ging DIE KLEINE CHRONIK über Wilhelm Holzamer online.

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Wahrhaftig, großes Talent und boykottiert –
Das Lebensdrama des unterschätzten Schriftstellers Wilhelm Holzamer

Vor 98 Jahren starb der Schriftsteller und Kritiker Wilhelm Holzamer, der in Heppenheim lebte, wirkte und seine letzte Ruhestätte fand. Zu seinem Todestag ist in Heppenheim ein bleibender, digitaler Nachruf online gegangen. Mittels eines kleinen Schildes mit einem QR-Code* an dessen Grab in Heppenheim, kann man nun zu einer Webseite gelangen, die im ehrenamtlichen Engagement entstanden ist.
Der Schriftsteller Holzamer war befreundet mit Joseph Maria Olbrich, wurde vom Großherzog Ernst-Ludwig gefördert. Blicken wir zurück:
Quintessenz Manufaktur für Chroniken hat den Enkel von Wilhelm Holzamer angesprochen, der dieses Projekt unterstützte sowie den Autor Harald Kandler, der für die gute Sache eine KLEINE CHRONIK erstellte. Die Macher der Kleinen Chronik übernahmen nun die Bearbeitung der Bilder, programmierten eine Webseite und sponserten und installierten auch das Schild.
schild grab holzamer 2Wen es interessiert, aber nicht auf den Friedhof möchte, der kann auch einfach mit dem Link www.diekleinechronik.de/wilhelm-holzamer/einen Blick hineinwerfen.

Neben den KLEINEN CHRONIKEN, die für Kunden angefertigt werden, sollen jetzt nach und nach in der Region zwischen Darmstadt und Heidelberg Friedhöfe mit Plan skizziert werden, auf der Webseite der KLEINEN CHRONIK vorgestellt und weitere bekannte Persönlichkeiten dokumentiert werden.

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